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Das Basler Modell für Kulturmanagement

Das Basler Modell für Kulturmanagement hat sich in mehreren Jahren der konkreten Anwendung verfeinert und entwickelt sich weiter.

Das Basler Modell für Kulturmanagement ist ein integratives Konzept für sachgerechtes und gezieltes Handeln in kulturellen Institutionen und Projekten.

“Sachgerecht” meint, dass das Eigenleben von Kunst und Kultur, dass die Kreativität geschützt bleibt: nicht sie sind Objekt des Managements, sondern die Faktoren, die ihre Entstehung, Verbreitung und Rezeption ermöglichen. Nach einer Formulierung des Germanisten Peter von Matt ist Kultur alles, was sich mit jener menschlichen Arbeit berührt, die den Lebenssinn produziert. So verstanden ist Kulturmanagement anspruchsvolles “Management of Meaning”, denn es sucht das komplexe Zusammenspiel kultureller Inhalte mit interdisziplinär abgestütztem Handwerk zu gestalten. Betriebswirtschaftliches Know-how allein genügt diesem vielschichtigen Managementverständnis nicht.

“Integrativ” meint, dass sich alle Aktivitäten im Kulturmanagement an den künstlerischen oder kulturellen Inhalten orientieren, also die spezifischen Bedürfnisse und Gesetzmässigkeiten der Kultur berücksichtigen. Das heisst weiter, dass ethische Reflexion, Qualitätsbewusstsein sowie wirtschafts- und kulturtheoretisches Wissen stets zusammenspielen müssen.

Kulturmanager bewegen sich auf einem Terrain, das erst zum Teil vermessen und dessen Horizont offen ist: Kein eindeutig bestimmtes Fach, sondern ein “Fächer von Fächern” bildet den Kontext, in dem sie sich betätigen. Das Kerngebiet Kultur steht in vielfältigen Austauschbeziehungen zu wirtschaftlichen, rechtlichen, sozialwissen-schaftlichen Bezugsdisziplinen; zusammen erst konstituieren sie Kulturmanagement. Kulturmanager sind damit Schnittstellen-Manager. Die verschiedenen Disziplinen verhalten sich dabei wie die Partikel in einem Kaleidoskop - mit jeder Drehung des Zylinders verschieben sich die Schnittmengen, verändert sich die Aufgabenstellung. Wo sich Spannungsfelder zwischen kulturellen und ökonomischen Standpunkten auftun, ist kreative Auseinandersetzung gefragt, nicht Abgrenzung.

Kulturmanagement bezeichnet im Basler Modell also nicht die Steuerung von Kultur oder Kunst – deren Eigenleben soll sich frei entfalten können – oder gar ihre Instrumentalisierung im Sinne einer Ökonomisierung oder Kommerzialisierung. Kulturmanagement meint vielmehr die adäquate Planung, Organisation, Steuerung und Evaluation aller Vorkehrungen, welche die kulturelle Produktion, die Vermittlung und die Rezeption ermöglichen – wozu es nicht zuletzt einer guten Prise Leidenschaft bedarf.

 

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