Kulturmanagement im Diskurs
Auf dieser Seite publizieren wir Aktuelles aus dem weiten Gebiet des Kulturmanagements und leisten damit einen Beitrag zu einer Auseinandersetzung über die diversen Aspekte desselben.
Baustelle Kultur
Auf dem Weg zu einem Kulturförderungsgesetz für die Schweiz
Die Gesetzesentwürfe zum Kulturförderungsgesetz und zum revidierten Pro Helvetia Gesetz wurden vom Bundesrat im Juni 2007 an das Parlament überwiesen. Mit dieser Gesetzgebung wird auf nationaler Ebene darüber entschieden, wie die Kulturpolitik der Schweiz künftig aussehen soll.
Der aktuelle Stand (September 2009)
Im Laufe der Beratung im Erstrat, dem Nationalrat, wurden die beiden Vorlagen zusammengelegt, also das Pro Helvetia-Gesetz ins Kulturförderungsgesetz integriert. Nachdem zuerst der Nationalrat und dann der Ständerat diese neue Vorlage diskutiert haben, bestehen noch einige Differenzen, die voraussichtlich in der Wintersession 2009 bereinigt werden sollen. Die Differenzen betreffen vor allem noch Fragen der Aufgabenteilung zwischen Bundesamt für Kultur und Pro Helvetia sowie die genauen Kompetenzen der letzteren bei der Strategieformulierung.
Die bisherige Entwicklung
Die Stellungnahmen vieler kultureller Institutionen und Verbände im Vernehmlassungsverfahren hatten gezeigt, dass zu den vom Bundesrat 2005 publizierten Entwürfen für das Kulturförderungsgesetz und das Pro Helvetia-Gesetz noch beträchtlicher Diskussionsbedarf besteht. Auf Initiative der Stiftung Schweiz der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Stiftung CH-ASAE) in Zusammenarbeit mit dem Studienzentrum Kulturmanagement der Universität Basel bildete sich 2006 deshalb eine Interessengemeinschaft, die als ad hoc Kulturlobby die Diskussion der Gesetzesentwürfe nochmals aufgreifen will und ihre Verbesserung anstrebt.
Dieser Interessengemeinschaft "KFG / PHG" gehören die folgenden Institutionen an:
- Stiftung CH – ASEA
- Migros-Kulturprozent
- SwissFoundations – Verein der Vergabestiftungen in der Schweiz
- Schweizer Kunstverein
- SKM – Studienzentrum Kulturmanagement, Universität Basel
Die IG arbeitete zu den zentralen Gesetzespunkten, die ihres Erachtens verbessert werden mussten, ein knappes Argumentarium aus. Dieses Papier wurde mit Vertreterinnen und Vertretern zahlreicher kultureller Institutionen und nationaler Verbände diskutiert und bereinigt. Anschliessend schickte es die IG an den Vorsteher des EDI, Bundesrat Pascal Couchepin, mit der Bitte, die darin enthaltenen Forderungen bei der Ausarbeitung der neuen Entwürfe und der Botschaft ans Parlament zu berücksichtigen.
Argumentarium 2006 deutsch Argumentarium 2006 französisch
Die Vorbehalte der IG und weiterer kulturell engagierter Kreise, insbesondere Suisseculture, gegenüber den Entwürfen fanden allerdings im Parlament stärkeres Gehör als beim Bundesrat. Vertreter der IG hatten zu Beginn der Behandlung in den eidgenössischen Räten ein damals schon modifiziertes Argumentarium am 21. Februar 2008 in der nationalrätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur WBK und am 18. März 2008 in der Kulturgruppe des Parlaments präsentieren und diskutieren können. Mehrere wichtige Forderungen der Kulturschaffenden sind in der bisherigen parlamentarischen Beratung berücksichtigt worden.
Argumentarium 2008 deutsch Argumentarium 2008 französisch
Weitere Informationen zur Debatte sind unter folgenden Links zu finden:
Bundesamt für Kultur
Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia
Suisseculture, Dachverband der professionellen Kulturschaffenden der Schweiz
Kulturministerium
Entwurf Kulturförderungsgesetz
Entwurf Pro Helvetia-Gesetz
Bericht Sonntagszeitung
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Stellungnahme im Rahmen der Vernehmlassung zu den Entwürfen für ein Kulturförderungsgesetz (KFG) und das revidierte Pro Helvetia-Gesetz (PHG).
Eingereicht durch das SKM - Studienzentrum Kulturmanagement der Universität Basel in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Kulturmanagement der Zürcher Hochschule Winterthur.
Gründung des deutschsprachigen internationalen "Fachverbands für Kulturmanagement"
Am 28. April 2007 haben Vertreterinnen und Vertreter von 19 Hochschulen und Universitäten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in Weimar den Fachverband als Verein gegründet.
Zweck des Fachverbandes ist die Vertretung und Förderung des Fachs Kulturmanagement in Forschung und Lehre für den deutschsprachigen Raum.
Website des Fachverbands: www.fachverband-kulturmanagement.org
Siehe auch die Website von Kulturmanagement.net
Publikation
Martin Tröndle: Entscheiden im Kulturbetrieb
Integriertes Kunst- und Kulturmanagement
296 Seiten, Ott-Verlag, Bern, März/April 2006
Buchbeschreibung (Verlagstext): Alles was in einer Kulturorganisation passiert, muss entschieden werden. Es muss entschieden werden, was als Nächstes zu tun ist, und wie. Die Wirtschaftswissenschaften erarbeiten Instrumente zur Berechnung von Gewinnchancen angesichts von Entscheidungsalternativen. Für Kulturorganisationen, deren Ziele jenseits der Berechenbarkeit ökonomischer Größen liegen, steht ein solches Instrumentarium nicht zur Verfügung. Es stellt sich also nicht nur die Frage, wie in Kulturorganisationen entschieden wird, also wie sie «ticken», sondern auch, wie ein Entscheidungsinstrument aussieht, das anstelle von monetären Größen beispielsweise ästhetische, kulturelle und soziologische Kriterien konzeptionalisiert. Bisher ging man im Kulturmanagement meist einzelwissenschaftlich vor. Hier hingegen wird ein integrierendes Vorgehen vorgestellt, das einen tatsächlichen Praxisbezug hat und alle für Kulturorganisationen relevanten Einflussgrößen inhaltlich aufeinander abstimmt. Zudem wird deutlich gemacht, wann Entscheidungen wirksam und wann sie am Sinnhorizont der Organisation zerrieben werden.
Rezension von Dr. Isabella Urban, Korrespondentin, Wien
für Kulturmanagement Network
Publikation
Patrick Gogner: Kulturelle Einstellungen leitender Mitarbeiter kommunaler Kulturverwaltungen
231 Seiten, Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden, 2006
Buchbeschreibung (Verlagstext): Patrick Glogner untersucht die kulturellen Einstellungen leitender Mitarbeiter kommunaler Kulturverwaltungen und weist hier deutliche Unterschiede nach, z.B. im Selbstverständnis als kulturpolitische Akteure, in den Kriterien der Kulturförderung und in der Relevanz von Konzepten wie der Neuen Kulturpolitik oder der Kulturpflege.
Referat
Referat der Journalistin Barbara Basting, das sie anlässlich des Symposiums „Professionalisierung der Kultur – Fluch oder Segen?“ Ende Mai 2005 in der Kartause Ittingen gehalten hat.
Barbara Basting, „13 kritische Thesen und Beobachtungen“
Weitere Informationen zum Symposium.
Publikation
Kulturstaatsministerin Weiss veröffentlicht Studie zu Struktur und Entwicklung von Kulturberufen - Anzahl der Beschäftigten im Kulturbereich gestiegen.
Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Christina Weiss, hat heute im Rahmen einer vom Deutschen Studentenwerk veranstalteten Fachtagung in Berlin wesentliche Ergebnisse einer neuen Studie zu Struktur und Entwicklung der Kulturberufe in Deutschland vorgestellt.
Nach den Ergebnissen der Studie belief sich die Gesamtzahl der Erwerbstätigen in den Kulturberufen in Deutschland im Jahr 2003 auf rund 780.000 Personen. Dazu zählen zum Beispiel Künstler, Publizisten, Designer und Architekten.
Die Studie unter dem Titel "Kulturberufe - Statistisches Kurzporträt zu den erwerbstätigen Künstlern, Publizisten, Designern, Architekten und verwandten Berufen im Kulturberufemarkt in Deutschland 1995-2003" wurde von Michael Söndermann (Arbeitskreis für Kulturstatistik) im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erstellt. (Veröffentlicht: 18.10.2004)



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